Wenn die Beziehung krank macht – Kolumne von Eva Kinauer-Bechter

Liebe ist gesund. 97 Prozent (!) der Österreicherinnen und Österreicher sind der Meinung, dass eine dauerhafte und glückliche Beziehung positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat. So wirkt sich eine Beziehung – laut der aktuellen Umfrage meiner Agentur – ausgleichend, entspannend und burnout-risiko-reduzierend auf die Liebenden aus.

Sex und Liebe als Medizin

Diese Einschätzung der Befragten wird durch eine vielzitierte Studie der Wiener Uniklinik mehr als bestätigt: So hat ein leidenschaftlicher Kuss zum Beispiel heilende Wirkung, indem er Blutdruck senkt und Cholesterinwerte stabilisiert. Händchenhalten stärkt das Herzkreislaufsystem und senkt den Stresspegel.

Liebende Menschen in stabilen Partnerschaften werden definitiv seltener krank und schneller wieder gesund. Körperkontakt wirkt sich positiv auf das Immunsystem aus, Schmerzen und Unwohlsein verringern sich, sogar Blutwerte verändern sich durch intensive Nähe. Und Sex entspannt, macht glücklich und schützt vor Infekten.

Wenn sich Liebe ins Gegenteil verkehrt

Aber Achtung! Das bedeutet nicht, dass man ewig lebt, wenn man an jemandem festhält, mit dem oder der man sich nicht wohlfühlt. Wird die Verbundenheit durch Stress, Streit, Drohungen und fehlendes Wir-Gefühl dominiert, tritt schnell der Umkehreffekt ein: Eine unglückliche Beziehung macht krank!

Herzinfarkt wegen einer schlechten Beziehung

Je konfliktreicher die Partnerschaft, desto höher das Herzinfarktrisiko. Ständige Unzufriedenheit erzeugt nicht nur seelischen Stress, sondern hat negative und weitreichende Folgen auf körperlicher Ebene. Migräne, Depressionen, Burnout und erhöhte Infektanfälligkeit werden in unglücklichen Partnerschaften oft ausgelöst oder zumindest verstärkt.

Und dabei hat meistens alles so wunderbar begonnen: Schmetterlinge im Bauch, vor lauter Glück wähnt man den Himmel auf Erden. Man zieht zusammen und dann, wenn die erste intensive Anziehungskraft nachlässt und der scheinbare Gleichklang aus dem Takt gerät, beginnen die Probleme. Die Beziehung kippt. Viele Dinge bleiben unausgesprochen, man begegnet sich nicht (mehr) auf Augenhöhe, man streitet, erkennt, dass man keine gemeinsamen Interessen hat und verliert den Respekt vor dem Partner.

Du machst mich krank …

Die Beziehung saugt nur mehr Energie. Und oft fehlt die Kraft, den anderen zu verlassen – aus Bequemlichkeit bleibt man zusammen und schafft es oft jahrelang nicht, sich voneinander zu lösen. Und man wird krank. Seelisch und körperlich.

Die Lösung. Eine Partnerschaft, die funktioniert, ist also gesund; eine, die nicht funktioniert, macht krank. Und daher mein Rat: Nicht in Partnerschaften verlieren, bei denen die Parameter einfach nicht mehr stimmen. Wenn die Beziehung toxisch wird, besser trennen und in Ruhe nach dem oder der Richtigen auf Augenhöhe suchen. Dafür ist es nie zu spät!

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