Gerade jetzt: die große Sehnsucht nach Liebe und echter Partnerschaft

„Vieles wird nach der Corona-Krise beziehungstechnisch anders sein, denn das Bedürfnis nach persönlichem Kontakt steigt nun täglich.“ Partnervermittlerin Eva Kinauer-Bechter weiß, gerade in schwierigen Zeiten ist die Sehnsucht nach einer Partnerschaft groß. Warum sie dennoch nicht an Online-Dating glaubt, erklärt sie im folgenden Text:

Wie geht es dir? Bist du Shutdown-Single oder Quarantäne-Couple? Beides herausfordernd, denn dein Leben hat sich in der Krise auf jeden Fall verändert. Die Welt läuft nicht mehr rund und lässt uns Dinge fühlen, die sonst im 0815-Alltag nicht spürbar – oder nur zu leicht unterdrückbar – waren.

Hand in Hand durch die Krise?

Egal ob Pandemie oder Terroranschlag – der Knall ist laut und deutlich. Und in dieser Situation wird schnell klar, ob der Partner dein „Mr. Right“ oder nur ein Blindgänger ist. Shutdown bedeutet ein neues Zusammenspiel der Liebeskräfte, mehr Nettozeit mit dem Partner oder der Partnerin, und sie zwingt so manche Lebensgemeinschaft zur intensiven Beziehungsanalyse.

Und hier zeigt sich – mehr denn je – ob die Wahl die richtige war: Liebende, die sich auf Augenhöhe begegnen, gemeinsame Interessen vertreten, Verständnis füreinander zeigen, Sorgen und Ängste teilen, gegenseitigen Rückhalt und Unterstützung geben und es schaffen, aus der verordneten Nähe und damit einhergehenden intensiven Zweisamkeit Kraft zu schöpfen, werden aus der Krise wachsen und aus der Krise als Gewinner herausgehen. Andere, bei denen die Parameter nicht stimmen und jetzt auch nicht ins Lot gebracht werden können, gehen besser getrennte Wege.

Allein gegen den Rest der Welt?

Wer hingegen schon Single war, wurde am Freitag, dem 13. März, einfach – ohne Vorwarnung – auf soziale Null-Diät gesetzt. Homeoffice, Social Distancing und Ausgehverbot über mehrere Wochen. Das gesellschaftliche Leben reduziert auf Telefonate und Videokonferenzen. Einkaufen nur mehr bedingt möglich. Ausgehen ganz verboten. Während erzwungene Einsamkeit ziemlich schmerzen kann, wächst die Sehnsucht nach Liebe und echter Partnerschaft parallel.

Ein Phänomen, das sich auch nach 9/11 gezeigt hat, gerade in einer Krisensituation, ist es besonders bitter, keinen Menschen um sich zu haben, mit dem man Ängste teilen und Kräfte bündeln kann – und der Wunsch nach einer heilen Welt zu zweit erreicht eine neue, nicht erahnte Dimension. Als Partnervermittlerin bemerke ich gerade jetzt verstärkte Anfragen.

Die Liebeswelt wird wieder analog.

Vieles wird „nachher“ beziehungstechnisch anders sein, denn das Bedürfnis nach persönlichem Kontakt steigt nun täglich. Die erzwungene Reduzierung auf Onlinebeziehungen verdeutlicht den Menschen, dass die digitale Welt niemals körperliche Nähe und die Chemie zwischen Menschen ersetzen kann. Und dass Online-Portale, wo man sich mal schnell eine Identität (die oft nicht der Realität entspricht) und ein Gegenüber „aussucht“, oft keine wirkliche Lösung sind.. »Die erzwungene Reduzierung auf Onlinebeziehungen verdeutlicht den Menschen, dass die digitale Welt niemals körperliche Nähe und die Chemie zwischen Menschen ersetzen kann. «

Ich bin fest davon überzeugt, dass der neu definierte Wunsch nach Zweisamkeit und die Erkenntnisse des Shutdowns und Social Distancing das Kennenlernen und die Suche nach einer echten Partnerschaft wieder verstärkt in analoge Bahnen lenken wird.

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