„Die nächste Welle lieber zu zweit“

Kein Sommer wie damals. Zwar bleiben viele Österreicher heuer im eigenen Land und verbringen ihren Urlaub zwischen Seen, Wiesen und Bergen. Doch so unbeschwert wie es klingt, ist der Sommerurlaub heuer nicht. Covid 19 hat Spuren und vor allem Unsicherheit hinterlassen. „Werfen Sie ihre Masken nicht fort, Sie werden sie noch brauchen“, hat Bundeskanzler Sebastian Kurz ermahnt. Die Botschaft dahinter: Das Virus ist nicht besiegt, Corona nicht ausgestanden, eine zweite Welle jederzeit möglich. Vorbereitet sein – so lautet also die Devise. Und das gilt nicht nur für das Aufbewahren von Masken. „Auch was das Private betrifft, erfinden sich gerade viele Menschen neu“, beobachtet Partnervermittlerin Eva Kinauer-Bechter. Denn Corona hat der Spaß- und Tinder-Gesellschaft einen deutlichen Dämpfer verpasst – und deutlich gemacht, „was wir lange vermisst haben: Verbindlichkeit und eine Konzentration auf das Wesentliche“, so der Zukunftsforscher Matthias Horx

„Wer in dieser Zeit alleine war, hat einen festen Partner besonders schmerzlich vermisst“, weiß Eva Kinauer-Bechter aus vielen Gesprächen. Sie verzeichnet in den vergangenen Wochen einen deutlichen Anstieg bei den Anfragen. „Vielen Menschen ist während des Lockdowns klar geworden, welchen hohen Stellenwert die Familie und eine Partnerschaft haben – und sie möchten eine zweite Welle nicht noch einmal alleine erleben müssen.“

Feste Partnerschaften sind ein entscheidender Faktor

Die Glücksforschung weiß schon lange, dass feste Partnerschaften ein entscheidender Faktor für das persönliche Glück sind. Der deutsche Soziologie-Professor Martin Schröder hat das in seinem gerade erschienenen Buch „Wann sind wir wirklich zufrieden“ gerade wieder belegt: Auf einer Zufriedenheits-Skala von +5 bis -5 erreichen Verheirate +2,9 Punkte, Menschen mit einem festen Partner +2,6 Punkte; Singles rangieren lediglich bei null, Geschiedene bei -1,1 Punkten. Schröders Fazit: „Insgesamt zeigt sich, dass Verheiratete wirklich zufriedener sind. Man kann den Einfluss auch nicht durch Faktoren wie Einkommen, soziale Kontakte oder Alter erklären. Stattdessen scheinen feste Beziehungen Menschen tatsächlich gutzutun, sie haben einen Wert an sich.“

Um den richtigen Partner zu finden, führt Spezialistin Kinauer-Bechter sehr ausführliche Erstgespräche, die oft drei Stunden oder sogar noch länger dauern. Zu ihren Klienten gehören Manager, Rechtsanwältinnen, Unternehmer, Ärztinnen, – interessante und erfolgreiche Menschen, die an sich und andere gewisse Ansprüche stellen. Die Expertin begleitet auch das erste Treffen, eine absolute Ausnahme in der Branche. Das Ziel: Nicht nur einen Partner für den nächsten Lockdown zu finden, sondern für den Rest des Lebens. Und die Erfolgsquote? Kinauer-Bechter verrät nur so viel: „Von den reichsten 30 Familien Österreichs haben mir bereits ein Drittel ihr Vertrauen geschenkt.“

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