Auf der Suche nach der perfekten Work-LOVE-Balance – Kolumne von Eva Kinauer-Bechter

Mehr als 90 (!) Prozent der Befragten (Frauen und Männer) waren der Meinung, dass sich eine dauerhafte und glückliche Partnerschaft auf „jeden Fall positiv“ oder „eher positiv“ auf das eigene Berufsleben auswirkt.

Work-Love-Balance

Das beweist uns, dass der Vormarsch der Generation Y (geboren 1980 bis in die späten 1990er-Jahre) nicht nur die Work-Live-Balance sondern auch die Work-Love-Balance neu sortiert hat. Das alte Karriere-Modell ist längst überholt: Vorbei die Zeiten, wo sich Frau um Haushalt und Kinder gekümmert hat, der Gatte hoffentlich Karriere gemacht hat und das Thema Büro sowieso vor der Haustür gelassen wurde. Das neue Motto heißt: Die Karriereleitern im Gleichschritt erklimmen. Sich gegenseitig Kraft geben. Sich auf Augenhöhe begegnen. Als Team Erfolg haben – beruflich wie privat – und den Alltag gemeinsam meistern.

Team Liebe

Aber das kann natürlich nur funktionieren, wenn der Partner oder die Partnerin grundsätzlich ähnliche Ziele und Werte wie man selbst hat. Gegenseitiger Respekt, Ebenbürtigkeit und Wertschätzung sind unverzichtbare Attribute für eine intakte Beziehung. Daher ist es bei der Partnersuche von Anfang an – ungeachtet aller Verliebtheit – wichtig, auf ähnliche Lebenssituationen, Ansichten und Zukunftswünsche zu achten. Karriere ist also 2020 Teamsache und erzeugt eine Wechselwirkung, die die allgemeine Lebensqualität steigert. Liebende und langjährige LebenspartnerInnen als Kraftquelle und sozialer Gradmesser im Job.

Karriere ist 2020 Teamsache und erzeugt eine Wechselwirkung, die die Lebensqualität steigert

Und auch diese Aussage von mir wird durch eine US-Studie belegt (UConn 2019), die in 2.100 Firmen die sozialen Vorteile einer langjährigen Beziehung oder Ehe untersucht hat. Das Ergebnis: CEOs in glücklichen Beziehungen sind ausgeglichener und sozialer und gehen offener mit ihren Mitarbeitenden um, als privat unzufriedene Single-KollegInnen.

Achtung, Falle!

Aber, das bedeutet nicht, dass Privates und Berufliches nicht getrennt werden soll, dass man rund um die Uhr den Gedankenmüll unkontrolliert beim Partner oder der Partnerin abladen darf und die gemeinsame Freizeit zu kurz kommt. Es geht vielmehr darum, dass man dem Gegenüber hilft, Berufliches zu verarbeiten, Probleme zu bewältigen und ihm oder ihr ein ehrliches Feedback gibt. Man unterstützt einander beim allabendlichen „Kopfentleeren“, man weiß, wie es bei der oder dem anderen beruflich steht und geht dann (problem-)gelöst ins Privatleben.

Ich halte fest: Wer privat glücklich ist, wird im Berufsleben erfolgreicher und zufriedener sein können. Und von Karriere-Überflieger-Singles weiß ich: Nur wenn jemand vordergründig einen guten Job hat, heißt es A) noch lange nicht, dass er oder sie einen guten Job macht und B) mit seiner oder ihrer Work-Love-Balance auch zufrieden ist – das gilt für Frauen und Männer gleichermaßen …

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